Informationen des Fachverband Matratzen-Industrie e.V. zum Vorfall der Verunreinigung des Rohstoffs TDI mit DCB (Dichlorbenzol)

 

AKTUALISIERTE INFORMATIONEN VOM 02. NOVEMBER 2017

Nach der Verunreinigung des Rohstoffs TDI, der für die Herstellung von Schaumstoffmatratzen verwendet wird, war die Verunsicherung vieler Verbraucher verständlicherweise groß. Deshalb haben wir als Verband auf unserer Webseite umfassend und unmittelbar über alle Erkenntnisse zu dem TDI-Vorfall bei BASF und den Auswirkungen auf Matratzen informiert (alle Informationen finden Sie gleich hier in umgekehrter Reihenfolge, also die aktuellsten zuerst).

Das Wichtigste für Sie als Verbraucher ist, dass das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), in seiner vorläufigen Einschätzung auf Basis der mitgeteilten Herstellerdaten zu dem Schluss gekommen ist, dass kein gesundheitliches Risiko für Verbraucher und Verbraucherinnen von belasteten Matratzen ausgeht. Dieser Bewertung haben sich auch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), das rheinland-pfälzische Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten sowie das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW angeschlossen.

Zum besseren Verständnis fassen wir die wichtigsten Erläuterungen nochmals kurz zusammen (die detaillierten Infos finden Sie weiter unten im Verlauf dieser Seite): 

Bereits im Herstellungsprozess von Schaumstoff verflüchtigt sich ein erster Teil des DCB, es wird im Schäumprozess „ausgetrieben“. DCB zählt chemisch zu den sogenannten flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und gast auch aus dem fertigen Schaum weiter aus.

Konkrete Messungen haben ergeben, dass sich einen Tag nach Herstellung des Schaums bereits 50 Prozent des DCBs verflüchtigt haben (zu diesem Zeitpunkt verbleiben im schlimmsten Fall maximal 40 ppm in der Matratze).

Bis die produzierten Schaumstoffblöcke zu Matratzen weiterverarbeitet werden, vergeht einige Zeit: TDI wird von BASF an deren Kunden geliefert, die unter Verwendung eben dieses TDI Schaumstoffblöcke herstellen. Solche Schaumstoffe werden dann entweder in großen Blöcken oder in zurecht geschnittenen Stücken an die Matratzen-Industrie geliefert und hier zu fertigen Matratzen weiterverarbeitet.

Nach einer Woche sind noch 10 Prozent des ursprünglichen Werts von DCB im Schaum. Wir sind jetzt bei 80/10 = 8 ppm (0.0008%) 1,4-DCB. Selbst die schnellsten Lieferketten schaffen es vermutlich nicht, binnen einer Woche aus einem flüssigen TDI eine fertige Matratze mit Bezug herzustellen, diese an den Händler auszuliefern, der sie dann sofort an Verbraucher ausliefert.
Dies sind die Fakten, auf deren Basis sich sowohl das BfR als auch die genannten Landesministerien der Risikobewertung durch die BASF angeschlossen haben.
Wer dennoch Bedenken hat, der kann seine Matratze oder den Schlafraum gut lüften, damit sich potenziell darin enthaltene Rückstände noch besser und schneller verflüchtigen, selbst wenn diese deutlich unter den offiziellen Grenzwerten liegen.


 

*** UPDATE vom 20.10.2017   -  21.00 Uhr ***


WEITERE BEHÖRDEN BESTÄTIGEN DIE RISIKOBEWERTUNG DER BASF

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat sich in einer Presseerklärung vom späten Nachmittag der Risikobewertung der BASF vom 12. Oktober angeschlossen.

"In seiner vorläufigen Einschätzung kommt das BfR auf Basis der mitgeteilten Herstellerdaten zu der Einschätzung, dass kein gesundheitliches Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher, die mit den belasteten Matratzen in Kontakt kamen, zu erwarten ist", so heißt es in der Veröffentlichung.

Die vollständige Stellungnahme des BfR finden Interessierte unter diesem Link:
http://www.bfr.bund.de/cm/343/vorlaeufige-einschaetzung-moeglicher-dichlorbenzolemissionen-aus-matratzen.pdf

Bereits am Donnerstag (19.10.17) hatte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) als erste Fachbehörde mitgeteilt, dass es in einer Plausibilitätsprüfung der Eigenuntersuchungen von BASF zu dem gleichen Ergebnis kommt. Damit mehren sich die Hinweise, dass Matratzen trotz der Verunreinigung des Rohstoffs TDI voll verkehrsfähig und unbedenklich sind.

Für weitere Informationen zu den Hintergründen der Risikobewertung lesen Sie hier auch unsere Veröffentlichung vom 19.10.2017:

 

 

UPDATE: AKTUELLE INFORMATIONEN vom 19.10.2017

 

 

Risikobewertung verständlich gemacht

Im Rahmen einer Risikobewertung haben BASF-Experten erste Untersuchungen an verunreinigten Schäumen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass selbst bei den am stärksten belasteten Matratzen glücklicherweise nicht von einer Gesundheitsgefährdung auszugehen ist.

Soeben (19.10.2017) hat uns das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) als erste Fachbehörde mitgeteilt:

„Nach den Eigenuntersuchungsergebnissen von BASF ist nicht von einer Gesundheitsgefährdung der Verbraucher auszugehen. (…) In einer Plausibilitätsprüfung der Eigenuntersuchungen von BASF kommt das LGL zu dem gleichen Ergebnis.“  

Aus diesem Anlass erklären wir verständlich, wie die Risikoberechnung der BASF zustande kommt: Zunächst sind die denkbar schlechtesten anzunehmenden Bedingungen zu Grunde zu legen. Deshalb wurde von Matratzen aus reinem PU-Schaum ohne Bezüge in einem kleinen geschlossenen und unbelüfteten Raum ausgegangen. Für diese „Modellmatratze“ wird unterstellt, dass sie auf Basis der höchsten gemessenen TDI-Belastung hergestellt wurde. Zusätzlich wird einbezogen, dass die kritische Verunreinigung nach Herstellung, Lagerung und Verarbeitung vollständig in die Raumluft übergeht.

Aus dieser Berechnung, diesem schnell durchzuführenden Teil der Risikobewertung, geht hervor, dass die DCB-Konzentration deutlich unter dem für diesen Stoff anwendbaren Grenzwert liegt.

Neben diesen Berechnungen sind aber auch konkrete Tests und Messungen durchzuführen. Diese dauern je nach Versuchsaufbau allerdings bis zu einer Woche. Es ist uns auch wichtig, dass verschiedene, von uns und BASF unabhängige, Institute messen, und BASF uns zudem verlässlich und fortwährend informiert.

Diese ersten unseren Mitgliedern vorliegenden Messungen bestätigen diese Berechnungen. Die von verschiedenen Instituten gemessenen Werte bestätigen Messungen der BASF, die zeigen, dass die Werte schon nach 24 Stunden um den Faktor 50 unter dem Grenzwert und nach 3 Tagen um den Faktor 100 liegen.

Dies zeigt, dass sich mit der Zeit, vor allem in den ersten Tagen nach Herstellung, der gefährliche Stoff verflüchtigt. Wer dennoch Bedenken hat, dem kann es auch helfen, die Matratze oder den Schlafraum gut zu lüften, damit sich potenziell darin enthaltene DBC-Rückstände noch besser und schneller verflüchtigen, selbst wenn diese deutlich unter den Grenzwerten liegen.

 

Für alle, die nachvollziehen möchten, wie gerechnet wurde, hier weitere Erklärungen:

Ich interessiere mich für die Berechnung der Risikobewertung. Wie genau wird gerechnet?

In der Risikobewertung werden verschiedene Annahmen getroffen. Dabei wird „konservativ“ gerechnet. Das bedeutet, man nimmt die eher ungünstigen Verhältnisse an, um auf der sicheren Seite zu sein. Dem Modell liegen folgende Annahmen zu Grunde:

Ein Modellraum wird konstruiert, der kritische Stoff ist Dichlorbenzol (DCB). In einen Raum mit einer Fläche von 16 m² und einer Deckenhöhe von 2,5 Metern wird eine 10 Kilogramm schwere Schaumstoff-Matratze aus Polyurethan (PU) für einen Erwachsenen gelegt. Und zwar ohne einen Bezug, der das Ausgasen des kritischen Stoffes DCB verhindern oder erschweren könnte. Dieser Raum mit einem Volumen von 40 m³ (4 x 4 x 2,5) ist luftdicht abgeschlossen und wird nicht belüftet. Es wird kein Luftaustausch zugelassen.

Zur Erläuterung:

Diese Raumgröße entspricht den Regelwerken der wissenschaftlichen Risikobewertung. Die Annahme, dass der Raum luftdicht abgeschlossen ist, ist deutlich schlechter als die Wirklichkeit in den meisten Wohnungen: Üblicherweise wird wenigstens einmal am Tag gelüftet, schon um Schimmel aufgrund von Luftfeuchtigkeit zu vermeiden. Zudem wird ein so kleiner Raum im Laufe des Tages geöffnet und steht dann in Verbindung mit dem Volumen der anderen Räume. Auch Fenster sind nicht immer derart dicht, dass gar kein Luftaustausch stattfindet.

 

Wie groß ist die berechnete und gemessene Gefahr wirklich? Von welcher DCB-Konzentration in diesem Raum kann man ausgehen?

Die höchste Konzentration von Dichlorbenzol (DCB) im TDI, also dem Rohstoff für die PU-Herstellung, lag bei 500 ppm*, das sind 0.05%. Der Schaum wird aus mehreren Bestandteilen hergestellt. Der Anteil des TDI ist dabei 1/3. Damit können im Schaum im schlechtesten Fall noch 1/3 von 500, also rund 160 ppm, vorliegen.

Das DCB liegt in zwei unterschiedlichen Strukturen mit unterschiedlichen chemischen Eigenschaften vor. Wir nehmen an, das 1,4-DCB wurde maximal eingesetzt, also im Verhältnis 1:1, da es niemals in Reinform dem TDI zugeführt wird.

Wir betrachten das 1,4-DCB, weil es den niedrigsten Grenzwert hat und am gefährlichsten ist. Für die Berechnung bedeutet dies, dass maximal 160/2 = 80 ppm im Rohmaterial sein können.

Bei der Reaktion der PU-Bestandteile zu Schaum entsteht Wärme. In diesem Prozess verflüchtigt sich bereits ein erster Teil des DCB, es wird im Schäumprozess also entsprechend „ausgetrieben“. DCB zählt chemisch zu den sogenannten flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und neigt dazu, auch aus dem fertigen Schaum auszugasen.

Konkrete Messungen haben ergeben, dass einen Tag nach Herstellung des Schaums nur noch 50 Prozent des DCBs enthalten sind, also maximal 40 ppm.

Bis die so hergestellten Schaumstoffe zu Matratzen weiterverarbeitet werden, dauert es noch einige Zeit. Das TDI wurde von BASF an deren Kunden geliefert, die unter Verwendung eben dieses TDI Schaumstoffblöcke herstellen. Diese Schaumstoffe werden dann entweder in großen Blöcken oder in zurecht geschnittenen Stücken an die Matratzen-Industrie geliefert und hier zu fertigen Matratzen weiterverarbeitet.

Nach einer Woche sind noch 10 Prozent des ursprünglichen Werts von DCB im Schaum. Wir sind jetzt bei 80/10 = 8 ppm (0.0008%) 1,4-DCB. Selbst die schnellsten Lieferketten schaffen es vermutlich nicht, binnen einer Woche aus einem flüssigen TDI eine fertige Matratze mit Bezug herzustellen, diese an den Händler auszuliefern, der sie dann auch dem Kunden verkauft.

 

Wie schädlich ist das DBC? Welchen Grenzwert gibt es?

Schon Paracelus sagt, dass die Dosis das Gift macht, weswegen wir bei gefährlichen Stoffen klare Grenzwerte haben und brauchen. So ist Salz für den Körper notwendig. Zuviel Salz steht allerdings im Verdacht, Bluthochdruck zu fördern. Extrem hohe Dosen Salz können sogar tödlich sein.

Rechnet man die 0.0008% 1,4-DCB auf die 10 kg Matratze um, so erhält man insgesamt 80 mg = 0.08 g. Bei der Berechnung wird weiter unterstellt, dass alle 0.08 g in dem 40 m³ Modellraum aus der Matratze sofort und komplett in die Luft übergehen (in Wirklichkeit gehen immer nur Anteile heraus). So erhält man 0,08 / 40 = 0,002 g /m3 in der Luft.

Der Grenzwert bzw. die Dosis, die man in Deutschland festgelegt hat, liegt bei 0.006 g/m3 (= 1ppm). Er kommt aus dem Arbeitsschutz. Dieser Grenzwert gilt unter der Annahme, dass man 1,4-DCB 8 Stunden am Tag, 48 Wochen im Jahr und 40 Jahre lang einatmet.

Damit liegt man schon am ersten Tag unter den ungünstigen Bedingungen unter dem Grenzwert aus dem Arbeitsschutz. Danach würden die Werte noch weiter absinken, bis alles aus der Matratzen entwichen ist. Bei dem Grenzwert, dessen Einhaltung als sicher gilt, geht man hingegen davon aus, dass man 40 Jahre täglich lang die obige Konzentration einatmet.

 

Was sagen denn Messwerte?

Von BASF haben wir die Information bekommen, dass sie in ihrer Anlage selbst Schaum hergestellt und diesen zur Erforschung der Schädlichkeit absichtlich mit DCB verunreinigt haben. Nach einem Tag lag der Wert in der oben geschilderten Kammermessung bei 22 ppb* = 0,022 ppm. Wenn man dies mit dem obigen Grenzwert vergleicht, bei dem man sicher ist, liegt der Wert bei den verunreinigten Matratzen schon nach einem Tag um den Faktor 50 unter dem Grenzwert.

 

Wie ist der aktuelle Sachstand im Verband und in der Matratzen-Industrie? Was machen die Hersteller?

Wir sehen uns in der Verantwortung, alle Interessierten und vor allem Verbraucher, die kürzlich eine Matratze gekauft haben, umfassend, fair und verständlich zu informieren. Wir haben in einem ersten Schritt Druck gemacht, dass uns die Vorlieferanten, also die Hersteller von Schaumstoffen, und auch die BASF Informationen geben, haben sie aufgefordert, von unabhängigen Instituten Messungen vornehmen zu lassen und uns zu informieren.

Dabei zeigt sich, dass aus haftungsrechtlichen Gründen die meisten Schaumstoffhersteller gar nicht antworten. Wir haben bis zum 19.10.2017 im Verband nur von einem Schaumhersteller schriftliche Erklärungen über dessen Anwalt vorliegen, die anderen antworten nicht verbindlich. Mündlich wurde uns zwar über deren Verband versichert, dass unabhängige Studien laufen, die die Gefahr für Matratzen konkret messen, dass dies jedoch dauert. Bei allem Verständnis dafür, dass es Zeit in Anspruch nimmt, zuverlässige Untersuchungsergebnisse zu gewinnen, ist es einfach unschön, gar keine Antworten zu bekommen und es zeigt sich, wie weit die Hersteller von Schaumstoffen von den berechtigten Sorgen der Verbraucher entfernt sind. Vielleicht ist hier auch die Politik gefragt, zu erkennen, dass es nicht gut ist, wenn sich nur wenige, sehr starke Hersteller einen Markt teilen, in dem sie zum Verbraucher gar keinen Kontakt haben.

Uns bleibt also nur, selbst noch mehr Anstrengungen zu unternehmen und selbst Erkenntnisse von allen informierten Kreisen einzuholen. Zudem fordern wir von BASF fortwährend Informationen ab und geben diese zur Prüfung an unabhängige Stellen weiter. Wir denken, dass es eine gute Idee ist, wenn die Ministerien für Verbraucherschutz diese Risikobewertung kritisch und kompetent prüfen. Letzten Endes sind wir alle Verbraucher und wollen nur ruhig und unbesorgt auf Matratzen schlafen. Sie können darauf zählen, dass wir und die uns angeschlossenen Mitgliedsunternehmen sich mit aller Kraft dafür einsetzen.

 

Erläuterung zu den Einheiten

*1 ppm = 1 millionstel Teil

*1 ppb = 1 milliardstel Teil

 

 

 

 

UPDATE: AKTUELLE INFORMATIONEN vom 16.10.2017 - 16.30 Uhr

Am vergangenen Donnerstag teilte BASF mit, dass von Matratzenschäumen keine Gesundheitsgefahr ausgeht, in denen der mit DCB verunreinigte Rohstoff TDI verarbeitet wurde.

Diese Mitteilung hat für Erleichterung gesorgt, doch wir nehmen die Verunsicherung sehr ernst, die sowohl bei Verbrauchern als auch im Handel und bei Matratzenherstellern trotz dieser Entwarnung immer noch besteht. Deshalb beschränken wir uns nicht darauf, die Ergebnisse von BASF blind zu übernehmen, sondern lassen diese durch kritische und neutrale Stellen prüfen. Auch staatliche Stellen sind in diese Prüfungen eingebunden.

Unsere Vorlieferanten haben wir zudem aufgefordert, detailliert offenzulegen, wie genau die Unbedenklichkeit der betreffenden Kunststoff-Schäume und Matratzen ermittelt wird und hier erwarten wir kurzfristige Aufklärung, auch über deren eigene, unabhängige Untersuchungen.

Für ein Höchstmaß an Transparenz und allgemeiner Nachvollziehbarkeit der laufenden Untersuchungen werden wir Sie hier auf unserer Webseite weiterhin über alle neu gewonnenen Erkenntnisse informieren. 
 

 

 

UPDATE: *** PRESSEERKLÄRUNG vom 12.10.17 - 19:09 Uhr/ 13.10.17 - 04.15 Uhr

ENDLICH ENTWARNUNG!

BASF: Keine Gesundheitsgefahr durch Matratzen mit Dichlorbenzolen (DCB)

Am Donnerstag gegen 16 Uhr hat BASF uns darüber informiert, dass nach internen chemisch-physikalischen Tests keine Gesundheitsgefahren von Matratzen ausgehen, die aus den mit DCB verunreinigten Schaumstoffen hergestellt wurden.

Zur Erklärung:
Unmittelbar nach der Herstellung des Schaums beginnt sich das DCB darin zu verflüchtigen, so dass sich der Gehalt im Schaum bereits nach einem Tag halbiert hat. Wenn man davon ausgeht, dass es mindestens eine Woche dauert, bis aus einem Schaumblock eine Matratze entstanden ist, die in den Handel gelangt, hat sich der DCB-Wert nach Information der BASF auf 10 Prozent der ursprünglichen Belastung reduziert. Auf der Basis dieser Erkenntnisse ist BASF zu dem Ergebnis gekommen, dass auch bei der höchsten anzunehmenden Belastung von Matratzen mit DCB nach dem Störfall im BASF-Werk in Ludwigshaben keine Gefahr für Verbraucher von diesen Produkten ausgeht.

Diese Nachricht freut uns sehr und zeigt, dass nach der tagelangen Unsicherheit sowohl für Verbraucher, Handel als auch für uns als Matratzen-Hersteller nun endlich Bewegung in die Sache kommt.

BASF und die Schaumstoff-Industrie – also die Zulieferer der Matratzen-Hersteller – haben scheinbar verstanden, dass sie ihre Kommunikation in dieser Angelegenheit stärker auf die Bedürfnisse und Sorgen der Verbraucher ausrichten müssen.

Und auch die Stiftung-Warentest meldet sich am 12.10. - nach der offiziellen Entwarnung durch BASF - zu Wort. Sie gibt die rechtliche Empfehlung, dass Kunden sich an ihren Händler wenden und den Kaufpreis zurückfordern sollen. Wir haben die sichere Information, dass BASF verlässlich und spezifisch Matratzen aus PU-Schaumstoff getestet hat und es wirklich keinen Grund zur Beanstandung oder gar zur Panik gibt . Die Empfehlung der Stiftung Warentest bezieht sich auf Käufe ab dem 25. August 2017. In diesem Fall müssten Verbraucher direkt am ersten Tag des verunreinigten TDI von BASF eine Matratze aus flüssigem TDI gekauft haben. Bitte versachlichen wir die Diskussion und beachten die Lieferketten: BASF produziert Chemikalien, aber keine Matratzen. Dieses TDI muss erst zu Blöcken aus Schaumstoff verarbeitet und dann an die Matratzen-Industrie verkauft und geliefert werden. Aufgrund der hierdurch bedingten zeitlichen Verläufe konnten am  25. August und sicherlich auch einige Tage danach noch gefahrlos Matratzen gekauft werden, vorausgesetzt die Informationen der BASF stimmen - wovon wir ausgehen. Zudem verflüchtigen sich die Stoffe, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein, mit jedem Tag, so dass die ersten Tage nach der Produktion des TDI die gefährlichsten waren. Der Verbraucher ist insofern glücklicherweise durch die zeitlichen Verläufe in der Produktions- und Lieferkette geschützt.

Wir verstehen nicht, warum sich die Stiftung Warentest in unseren Augen verspätet und halbgut informiert zu Wort meldet und einerseits einen nicht korrekten Rechtsrat bezüglich der Rückgabe von Matratzen gibt und andererseits offensichtlich Emotionen auslösen will, die der Sache nicht dienlich sind. Beachten Sie, dass eine Rückgabe auf "Verdacht" oder "aus Sorge", wie Stiftung Warentest es formuliert, nicht ausreichend ist. Hier kennen die Händler die rechtliche Situation besser und es wäre jetzt nicht gut, wenn Verbraucher durch falsche Empfehlungen weiteren Schaden nehmen, weil sie dann auch noch auf den Kosten der Rücknahme sitzen bleiben. 

Liebe Stiftung Warentest, bitte testen Sie einfach Matratzen für Ihre Leser, wenn Sie Gründe für Bedenken haben. Dann können Sie qualifiziert auf der Basis von Fakten informieren und, falls nötig, schnellstmöglich alarmieren.

Leider fällt uns schon seit längerer Zeit auf, dass manche Veröffentlichungen der Stiftung Warentest - vorsichtig formuliert - in unseren Augen merkwürdig und kaum nachvollziehbar sind, wie sich auch hier wieder ansatzweise zeigt. Dies wäre ein Thema, welches sich in den Medien zu diskutieren lohnen würde, denn die Verbraucher sollten einer Institution wie der Stiftung Warentest, ihrer Neutralität und Fachkompetenz vollumfänglich vertrauen können. So merkwürdig es klingen mag, dass ein Industrieverband hier zur Skepsis aufruft, aber wir sind mit unseren Matratzen nicht die einzige Produktgruppe, die hier massiven Anlass zur Kritik an den Veröffentlichungen der Stiftung Warentest hat. Wenn die Stiftung Warentest die Empfehlung gibt, Matratzen auf Verdacht umzutauschen, dann ist auch dies ein Teil des Skandals, wenn sich Leser und Kunden auf diesen Rat nicht verlassen können! Aber das ist ein anderes Thema, zu dem wir demnächst gerne mehr in den Medien lesen würden.

Zurück zum eigentlichen Thema: Wir beschwichtigen nichts, sondern engagieren uns mit aller Kraft für das Wohl der Verbraucher. Außerdem halten wir es für eine hervorragende Idee, wenn die Stiftung Warentest zur Sicherheit der Verbraucher ihren Beitrag leistet und Matratzen schnellstens auf DCB-Rückstände prüft!

Sie haben unser Wort, dass wir unmittelbar reagieren, falls es wirklichen Grund zur Beanstandung geben sollte. Wir zählen darauf, dass ein Konzern wie BASF weiß, wie Verbraucherprodukte auf Sicherheit zu testen sind und sich nach den Ereignissen der letzten Tage hier nicht mit falschen Informationen vorwagt. Einen weiteren Skandal wird sich keiner leisten wollen.

Es grüßt erleichtert und freundlich

Das Team vom Fachverband Matratzen-Industrie e.V.

 

PS: Wir werden Sie auch weiterhin laufend über alle neuen Erkenntnisse hier auf unserer Webseite informieren und laden Sie ein, diese Informationsmöglichkeit gezielt zu nutzen.
 

 

 

UPDATE: *** PRESSEERKLÄRUNG vom 12.10.17 - 10:30 Uhr

Erste teilweise beruhigende Nachrichten der BASF, aber ein Skandal ohne Ende

Dass es zu einem tragischen Produktionszwischenfall mit TDI bei der BASF gekommen ist, ist an sich schon bedauerlich genug, denn die Chemikalie als solches ist gesundheitsgefährdend und umweltschädlich, insbesondere wasserschädlich.

Das heißt aber nicht, dass sie in verarbeiteter Form genauso wirkt. Leider ist eine Bewertung des sich daraus ergebenden Risikos „nur im Rahmen der spezifischen Anwendung möglich“, wie uns BASF gestern Abend noch nach 22 Uhr mitgeteilt hat.

Das TDI an sich reagiert im Schäumprozess ab, allerdings verbleibt das DCB im fertigen Schaum. Daher sind die fertigen Schaumblöcke zu prüfen und auf Rückstände von DCB zu untersuchen. Insofern sind pauschale Aussagen über „allgemeingefährliche Matratzen“ unhaltbar. Nach unserem bisherigen Kenntnisstand ist ein allgemeiner Produktrückruf von Matratzen derzeit nicht indiziert.

Dies ist der eine Teil der Geschichte, aber der eigentliche Skandal schließt sich daran erst an:
Seit dem 25. August 2017 ist es nach Angaben der BASF erstmals zur Verunreinigung von TDI mit Dichlorbenzolen gekommen. Wir haben von BASF am 11. Oktober abends noch erste Informationen zu unseren drängenden Fragen erhalten, obwohl wir nicht unmittelbarer Kunde, aber Teil der Lieferkette sind.

Es zeigt sich aber, dass die produzierten Schaumstoffe auf humantoxische und umweltbiologische Gefahren zu untersuchen sind, um die Sachlage einschätzen zu können. Wir empfinden es als skandalös, dass sich seitens der Schaumstoff produzierenden Industrie keine Aktivitäten erkennen lassen, die uns und dem Verbraucher helfen, die potenziellen Gefahren, die von den in Matratzen verarbeiteten Schäumen ausgehen, im Sinne des Verbrauchers, aber auch der Mitarbeiter unserer Unternehmen zu bewerten.

Dies wundert uns besonders vor dem Hintergrund, dass Schaumstoffblöcke, die mit TDI aufgeschäumt werden, in zahlreiche Industrien geliefert und zu etlichen Endprodukten verarbeitet werden. Insofern wäre nicht nur der Matratzen-Industrie geholfen, wenn die Schaumstoffhersteller verbraucherfreundlicher und kundenfreundlicher agieren und kommunizieren würden.

Mails und Anschreiben von uns an die Schaumstoffhersteller werden z.T. gar nicht oder inhaltlich nicht wesentlich weiterführend beantwortet. Haftungen werden nicht übernommen, wir erkennen auch keine Übernahme von Verantwortung. Am Ende ist es die Matratzen herstellende Industrie und der Verbraucher, die doppelt geschädigt werden.

Um hingegen zu nachzuweisen, dass wir uns unserer Verantwortung stellen, haben Matratzenhersteller bereits humantoxikologische Untersuchungen und Gutachten in Auftrag gegeben. Wir bitten um Verständnis, dass qualifizierte und ehrliche Durchführungen dieser Untersuchungen einige Tage in Anspruch nehmen. Über eintreffende Ergebnisse werden wir umgehend informieren.
Der derzeitige Kenntnisstand rechtfertigt keine allgemeinen Rückrufaktionen.

Wir mahnen weiterhin zur Besonnenheit und danken allen Betroffenen für ihr Verständnis.

 

 

 

UPDATE: *** PRESSEERKLÄRUNG vom 11.10.17 - 17:00 Uhr

Mit dieser Information richten wir uns an unsere Lieferanten, Kunden, Presse, Verbraucher und deren Organisationen, Verbände der betroffenen Industrien und an alle interessierten Kreise.

Wie auch der Presse zu entnehmen ist, hat BASF eine erste Stellungnahme zur TDI- Produktion veröffentlicht, in der von einer „deutlich erhöhte Konzentration an Dichlorbenzol“ die Rede ist.

Uns liegen bislang immer noch keine Informationen über die konkrete Belastung der PU-Schäume vor, die für die Produktion von Matratzen verwendet wurden.

Da BASF angibt, in engem Austausch mit seinen Kunden zu stehen und Unterstützung bei Tests und Beratung anzubieten, fordern wir hiermit alle Zulieferer in der Lieferkette und deren Verbände auf, unverzüglich diese Informationen spezifisch für unsere Branche einholen und an uns weiterzuleiten.

Wir benötigen dringend Empfehlungen an die in unserem Verband organisierten Hersteller von Matratzen, was die Erkennung und Handhabung belasteter Matratzen betrifft.

Um mögliche Risiken einzudämmen, mussten zahlreiche Hersteller die Produktion von Matratzen einstellen oder deutlich zurückfahren, was sie wirtschaftlich extrem belastet. Die Matratzen-Industrie hat unmittelbar nach Kenntnis der Vorfälle bei BASF ihre Produktion mit belasteten Schäumen eingestellt.

Wir haben bislang gehofft, dass aufgrund der Lieferketten und der damit verbundenen Produktionszeiten noch nicht viele belastete Matratzen in den Handel oder schlimmstenfalls in die Privathaushalte gelangt sind. Zudem wissen wir nicht, wie sich das DCB in den Matratzen überhaupt auswirkt. Erste Produktrückrufe von einzelnen Herstellern erfolgen vermutlich aufgrund qualifizierter Messungen und spezifischer Laborergebnisse. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen uns keine Informationen vor, die einen Produktrückruf für die gesamte Branche rechtfertigen würden.

Unsere Mitglieder klären derzeit mit ihren Lieferanten betroffene Chargen ab und geben die Informationen dann sofort an den Handel weiter. Wir bitten Handel und Verbraucher und deren Verbände um Geduld und Verständnis. Ob mit DCB belastete, in den Handel gelangte Matratzen für Verbraucher gefahrlos benutzbar und in diesem Sinne verkehrsfähig sind, können wir nur entscheiden, wenn wir von BASF und den Schaumlieferanten die dafür erforderlichen Informationen erhalten oder eigene Messungen der Hersteller uns mit entsprechenden Ergebnissen versorgen.

Auch wissen wir derzeit noch nicht, ob sich DCB nach dem Verarbeitungsprozess (Aufschäumung) in Matratzen überhaupt negativ für Verbraucher bemerkbar macht. Daher mahnen wir zur Besonnenheit im Umgang mit dieser Krise.

Als Hersteller-Verband erwarten wir und die uns angeschlossenen Hersteller von Seiten der Lieferanten eine zeitnahe, umfassende und qualifizierte Aufklärung mit Fakten und Informationen. Die uns angeschlossenen Unternehmen versprechen, alle Ihnen vorliegenden relevanten Informationen an Ihre Kunden im Handel weiter zu leiten. Ohne die Sachkompetenz der chemischen Industrie können wir jedoch momentan keine qualifizierte Risikoeinschätzung vornehmen.

Wir möchten besonnen und verantwortungsvoll handeln und benötigen hierzu alle für unsere Hersteller, Kunden und Verbraucher wichtigen Informationen. Wir danken für Ihr Verständnis und zählen auf Ihre Kooperation.
 

Verunreinigtes TDI auch in Matratzen
Erste Informationen bestätigen die Verunreinigung des TDI - leider ohne Handlungsempfehlungen für die Matratzen-Industrie

UPDATE: *** PRESSEERKLÄRUNG vom 11.10.17 - 15:00

Am späten Nachmittag  des 10. Oktober 17 hat uns per Mail eine erste Stellungnahme der BASF zur TDI- Produktion erreicht, in der von einer „deutlich erhöhte Konzentration an Dichlorbenzol“ die Rede ist.

Wie auch der Presse zu entnehmen ist, bietet BASF an, TDI das sich noch in Tanks der Kunden befindet, zurückzunehmen und sämtliche nicht verarbeitete Schaumblöcke, die mit den verunreinigten Isocyanaten aus dem entsprechenden Zeitraum hergestellt wurden, zu sammeln.

Für bereits weiterverarbeitete Produktmengen empfiehlt BASF seinen Kunden als Vorsichtsmaßnahme, Tests durchzuführen, um sicherzustellen, dass die relevanten Grenzwerte der verschiedenen Industrien eingehalten werden.

Da BASF angibt, in engem Austausch mit seinen Kunden zu stehen und Unterstützung bei Tests und Beratung anzubieten, fordern wir, dass unsere Zulieferer, die Schaumstofflieferanten, diese Informationen unverzüglich für unsere Branche einholen. Wir müssen endlich wissen, wie stark die sich daraus ergebende mögliche Belastung der Matratzen ist und wie wir weiter vorgehen, um alles Erforderliche zu tun.

Obwohl uns freut, dass BASF nun mehr Klarheit schafft, bestätigt sich unser erster Eindruck, dass der Vorfall ernst zu nehmen ist. Umso enttäuschter sind wir, dass wir auf einen Teil unserer drängendsten Fragen immer noch keine uns zufrieden stellenden Antworten erhalten haben. Wir sind die Industrie, die am Ende der Lieferkette steht und wir sind es, die mit hoher Priorität  zum Schutz der Verbraucher agieren müssen und wollen.

Uns als Matratzenhersteller ist immer noch unklar, wie stark diese „deutlich erhöhte Konzentration an Dichlorbenzol“ ist. Weiterhin wissen wir zwar über die Gefährlichkeit des Stoffes Dichlorbenzolen - DCB - (siehe hierzu auch unsere Pressemitteilung vom 07.10.2017 weiter unten). Uns liegen jedoch bislang keine Informationen seitens BASF oder den Schaumstoffherstellern vor, wie sich DCB auf das Produkt Matratzen auswirkt, ob und welche Gefahren davon für den Verbraucher ausgehen.

Ob mit DCB belastete, in den Handel gelangte Matratzen für Verbraucher gefahrlos benutzbar und in diesem Sinne verkehrsfähig sind, können wir nur entscheiden, wenn wir von unseren Vorlieferanten die dafür erforderlichen Informationen erhalten.

Daher mussten zahlreiche Hersteller die Produktion von Matratzen vorsorglich einstellen oder deutlich zurückfahren, was uns wirtschaftlich extrem belastet. Jedoch können es nicht verantworten, Produkte zu produzieren, die mit DCB belastet sein könnten. Ob sich dieses DCB nach dem Verarbeitungsprozess (Aufschäumung) in Matratzen überhaupt negativ für Verbraucher bemerkbar macht, können wir derzeit nicht sagen. Daher mahnen wir zur Besonnenheit im Umgang mit dieser Krise.

Wir hatten um konkrete Handlungsanweisungen gebeten, aber leider noch keine erhalten. Ohne die Sachkompetenz der chemischen Industrie können wir keine qualifizierte Risikoeinschätzung vornehmen. Wir möchten besonnen und verantwortungsvoll handeln und benötigen hierzu alle für unsere Hersteller, Kunden und Verbraucher wichtigen Informationen.

Das Schreiben der BASF enthielt keine Empfehlungen an uns Hersteller von Matratzen, was deren Handhabung betrifft, sofern die Rohmaterialien aus dem Produktionszeitraum stammen. Wir müssen dringend erfahren, wie wir mit den belasteten Schäumen, sowohl im Umgang mit den Verbrauchern als auch den Mitarbeitern und Kunden in Bezug auf Erfüllung unserer Sorgfaltspflichten im Gesundheitsschutz umgehen und welche Fragen des Umweltschutzes zu beachten sind.

Wir haben bislang gehofft, dass aufgrund der Lieferketten und der damit verbundenen Produktionszeiten noch nicht viele belastete Matratzen in den Handel oder schlimmstenfalls in die Privathaushalte gelangt sein dürften. Allerdings ist nach ersten Einschätzungen unserer Mitglieder die Zahl der mit diesem betroffenen TDI bereits produzierten Matratzen hoch, so dass wir leider davon ausgehen müssen, dass solche Matratzen auch in Handel und Haushalte gelangt sind. Wir können hier also keine Entwarnung geben. Jede einzelne belastete Matratze ist eine zuviel!

Es wurde bestätigt, dass Dichlorbenzol Haut, Atemwege und Augen reizen kann und unter dem Verdacht steht Krebs zu verursachen. Daher nehmen wir als Matratzenhersteller unsere Verantwortung sehr ernst und werden nicht nachlassen, hier unser Möglichstes zu tun um weitere, bessere Informationen zu bekommen.

Wir fordern nicht nur BASF auf, auf die gestellten und noch offenen Fragen zu antworten, sondern auch alle Schaumstoffhersteller der Lieferkette, die an die Matratzen-Industrie geliefert haben, sind gefordert, uns und alle unsere betroffenen Mitgliedsunternehmen hier umgehend besser zu informieren.

Das Team des Fachverband Matratzen-Industrie e.V.

 

 

 

 

UPDATE *** PRESSERKLÄRUNG VOM 10.10.2017 - 13:00

Unsere Geschäftsstelle ist aufgrund der zahlreich eingehenden Anfragen derzeit völlig überlastet.

Mitgliedsunternehmen und Presse bitten wir um Kontaktaufnahme per Mail. Wir melden uns, sobald es uns möglich ist, bei Ihnen.

Von allen anderen Anfragen bitten wir derzeit abzusehen.

Bedenken Sie, dass aufgrund der Lieferketten und damit verbundenen Produktionszeiten noch nicht viele belastete Matratzen in den Handel oder schlimmstenfalls in die Privathaushalte gelangt sein dürften. Aber jede einzlene belastete Matratze ist eine zuviel! Unsere Mitglieder klären derzeit mit ihren Lieferanten betroffene Chargen ab und geben die Informationen dann sofort an den Handel.

Einige Unternehmen haben die Matratzenproduktion eingestellt oder erheblich gedrosselt. Auslieferungen an Kunden wurden ebenfalls gestoppt. Wir werden alles tun, um schnellstens selbst einen Überblick zu bekommen und fordern weiterhin mehr konkrete Informationen und nach Möglichkeit Handlungsempfehlungen seitens der Zulieferindustrie. Sie können sich als Verbraucher, Händler und Geschäftspartner unserer Mitgliedsunternehmen darauf verlassen, dass wir alles in unserer Macht Liegende tun werden, um Mensch und Umwelt zu schützen. Weitere Informationen folgen, sobald wir diese vorliegen haben.

Lassen Sie uns gemeinsam besonnen, verantwortungsvoll und kompetent mit der für alle unbekannten Situation umgehen.

Besten Dank für Ihr Verständnis.

Das Team vom Fachverband Matratzen-Industrie e.V.

 

PRESSERKLÄRUNG VOM 07.10.2017 - 16:00

Leider haben wir genau zum Wochenende von Mitgliedsunternehmen die Nachricht erhalten, dass es bei BASF zu einem unerfreulichen Zwischenfall bei der Herstellung von TDI gekommen ist. Das Produkt Lupranate T 80 A, das zwischen dem 25.08. und 29.09.2017 [sic!]  in Ludwigshafen hergestellt wurde, weist laut MItteilung der BASF erhöhte Konzentrationen an Dichlorbenzolen (DCB) auf.

Uns ist schleierhaft und unerklärlich, warum uns diese Information erst jetzt, am Freitagnachmittag des 06.10.2017, über unsere Mitgliedsunternehmen erreicht.

Wir gehen davon aus, dass bei der Entnahme von Proben bei der Produktherstellung derartige Besonderheiten unmittelbar erkannt werden und darauf sofort und unverzüglich reagiert wird.

Als unmittelbare Reaktion auf diese Nachricht hat der PU-Schaumstoffhersteller Carpenter „Force Majeure“ erklärt. Das Vorliegen eines Force Majeure setzt höhere Gewalt voraus, also ein Ereignis, das von außen kommt und in keinem betrieblichen Zusammenhang steht. Die bloße Geltendmachung von „Störfällen" oder „technischen Problemen" reicht hierfür regelmäßig nicht aus. Wir denken, dass auch die anderen Produzenten von PU-Schaumstoffen sich zeitnah öffentlich äußern werden.

Der durch diesen Vorfall entstandene wirtschaftliche Schaden und auch der daraus resultierende Imageverlust ist für die Matratzen-Industrie immens.

Matratzen aus Schaumstoffen (PU/PUR) bestehen aus Polyurethan. Polyurethan wird chemisch gewonnen, indem  Polyisocyanaten mit mehrwertigen Alkoholen, den Polyolen, reagieren. Dies  nennt man Polyadditionsreaktion. Die Verknüpfung erfolgt durch die Reaktion der Isocyanatgruppe (–N=C=O) eines Moleküls mit der Hydroxygruppe (–OH) eines anderen Moleküls unter Bildung einer Urethangruppe (–NH–CO–O–). Polyurethane können je nach Wahl des Polyisocyanats und des Polyols unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Bei der Herstellung von Schäumen für Matratzen  stehen nur wenige Isocyanatkomponenten zur Verfügung, damit Schaumstoffmatratzen entsprechende Qualitäten (Dichte, Raumgewicht) aufweisen, z.B. darf der Schaum weder zu hart noch zu weich sein.

Somit werden Schäume für Matratzen entweder mit Toluylendiisocyanat (TDI) oder Methylendi(phenylisocyanat) (MDI) als Isocyanate aufgeschäumt. Besonders bedauerlich ist, dass die Matratzen-Industrie auf nur wenige Hersteller von TDI weltweit angewiesen ist und diese einerseits die Preise extrem stark erhöhen und andererseits in der Lieferkette in der letzten Zeit ständig Fälle von Force Majeuere erklärt wurden, die die Rohstoffe einerseits verknappen und andererseits weiter verteuern. In Deutschland und Europa  gibt es nach unseren Informationen nur drei Hersteller von TDI, das sind Covestro, BASF und BorsodChem.

Die Preisexplosionen des TDI waren bislang gigantisch, allein seit März 2016 ist der Preis für TDI um mindestens 80 Prozent gestiegen, permanent werden weitere Preiserhöhungen angekündigt.

Covestro hat genau vor einem Jahr, am  6. Oktober 2016, Force Majeure für die Isocyanate MDI und TDI in Europa erklärt, die bis Mitte Dezember 2016 andauerte. Ein BASF-Investment von 1 MRD € in ein neues Werk in Ludwigshafen erscheint bislang wirkungslos, da die Anlage wegen technischer Schwächen nur eingeschränkt läuft. Jetzt soll es bei der Herstellung des TDI bei BASF in Ludwigshafen zu einem Zwischenfall gekommen sein, der dazu führt, dass der produzierte Schaumstoff mit Dichlorbenzolen verunreinigt ist.

Schäume aus TDI werden vor allem in der Matratzen- und Auto-Industrie eingesetzt.

Die jetzige Rohstoffverknappung und Preisexplosion stellen die meist mittelständischen Matratzenhersteller vor sehr große Probleme. Durch den hohen Rohstoffkostenanteil bei Schaumstoffmatratzen drohen existenzgefährdende Margenverluste in einer nicht transparenten Situation.

Niemand ist derzeit in der Lage, die aktuelle Situation faktisch einzuschätzen, da wir die Informationen der Rohstofflieferanten als ungenügend empfinden und kaum Handlungsanleitungen vorliegen.

Neben dem wirtschaftlichen Schaden ist aber auch ein erheblicher Imageverlust Folge der jetzigen Situation.

Der Handel und die Verbraucher legen zurecht Wert auf verlässliche Produkte und zeitnahe Informationsweitergabe. Wir haben versucht, noch am Freitag Informationen von der BASF zu erhalten, doch trotz des gravierenden Zwischenfalls war dort niemand mehr telefonisch erreichbar.

Im nächsten Schritt werden wir versuchen, Informationen über die konkrete Belastung der Schäume mit DCB zu erhalten, da bislang völlig ungeklärt ist, ob und wie stark die Grenzwerte welcher Schäume belastet sein könnten. Als Verband erwarten wir und die uns angeschlossenen Hersteller von Seiten der Lieferanten eine zeitnahe, umfassende und qualifizierte Aufklärung mit Fakten und Informationen.

Uns ist bewusst, dass Dichlorobenzole sowohl in hohem Maße umweltbelastend als auch gesundheitsschädlich sind und wir werden unseren Pflichten als Hersteller unverzüglich nachkommen, sobald uns nähere Informationen zum Gefährdunspotenzial vorliegen.

Wir bedauern sehr, dass wir bislang keine Informationen seitens der BASF oder anderer Lieferanten in der Lieferkette erhalten haben und bitten interessierte Journalisten, sich mit weiteren Fragen unmittelbar an diese Unternehmen zu wenden.

Wir bereiten uns, je nach Eingang der weiteren Informationen, entsprechend vor, um alle Verbraucher im Rahmen der Produktverantwortung angemessen und wirksam zu  informieren und damit vor Beeinträchtigungen durch von unseren Mitgliedsunternehmen produzierte Matratzen zu schützen.

 

Kontakt: Claudia Wieland, Presse Fachverband Matratzen-Industrie e.V.

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